zurück
Heute Morgen, als ich aufwachte war es wieder soweit. Meine Handgelenke baumelten lose
von der Decke, und von dem Schlüssel für die Handschellen hatte ich diesen tollen
metallischen Geschmack im Mund. Es war ein Montag morgen, wie er im Buche steht. Ich zog
mich an den Händen hoch, um die Handschellen zu öffnen, rieb mir zunächst die
Hangelenke, dann die Augen und trabte ins Bad.
Auf allen vieren in die Küche... Kaffe kochen... Warten... Mein Mitbewohner guckt zwar
immer ein bißchen komisch, wenn er mich so sitzen sieht, während ich devot und flehend
die Kaffemaschine anschaue, mich von meinem Schicksal zu erlösen, aber was solls, das
Leben ist halt hart. Anziehen... Korsett.. Scheißmist, wenn die Schnur immer wieder von
der Türklinke abrutscht, die Strümpfe sind auch schon wieder zerrissen, wenn jetzt noch
dr Absatz von den 18 cm Highheels bricht, bin ich geliefert ... Puha. Ausgehfertig...
Gesenkten Blicks trippel ich durch die Stadt, bloß blöd immer, dass man die Autos dann
nicht sieht.. Die blauen Flecken vom Unfall gestern, sind gar nichts gegen den
verstauchten Knöchel von letzter Woche... Heute komm ich unbeschadet davon...
Im Büro lass ich mich auf die Kniebank fallen und schalte den Rechner ein... E-mail vom
Chef Sie sind schon wieder zu spät.. Ich seh Sie Punkt 8 in meinem Büro!' Mir bleibt
aber auch nichts erspart. Punkt 8 stehe ich zitternden Knies vor dem Büro, höre mich
klopfen, trete ein..
Sofort falle ich auf die Knie "Bitte Chef, Herr, Meister, ich will es nicht wieder
tun, niemehr". Ich küsse ergeben die Füsse meines Arbeitgebers... "Ich will
alles tun, was Sie verlangen, nur bitte strafen Sie mich nicht". Auch mein Chef weiss
langsam, wie er mit mir umzugehen hat. Er versetzt mir einen Tritt und verlangt
böswillig, dass ich bis zum Feierarbend 500 Seiten bearbeitet haben soll, dazu zwei
Berichte zu tippen, später dann, ihm Kaffe zu kochen, und ihm, bevor er heim fährt
nochmal fix auf dem Schreibtisch zu willen zu sein". Dankbar akzeptiere ich.
Am schlimmsten ist immer die Mittagspause, ich stelle meinen Fressnapf mit dem Hundefutter
in die hinterste Ecke des Speisesaals, aber es ist trotzdem beschämend, die Blicke der
Kollegen zu sehen... Ich versteh nicht, warum sie mich so verachten, aber ich kann doch
nicht jedem einzelnen winselnd die Hände küssen, oder doch... ?? Vielleicht ertwartet
man das von mir, was soll ich bloß tun ??
Während ich zurück in mein Büro krieche, pfeift der Chef mich zu sich... Er möchte
Kaffe trinken... *seufz* Nachdem ich ihm den Becher gereicht habe, kauere ich mich ihm zu
Füssen, damit er seine Beine hochlegen kann... So verharre ich eine Stunde, während er
Zeitung liest, und mir ab und zu ein paar Topfen heißen Kaffe über den Nacken gießt.
Nun gut, er wird bald Feierabend machen... Swupp über den Schreibtisch mit mir, eine
schnelle Nummer, und wech isser, der Chef.
An manchen Tagen bin ich wirklich enttäuscht von ihm, wenigstens einmal könnte er mich
doch mit dem Geodreieck verdreschen, man muss aber auch alles alleine machen.
Endlich Feierabend, ich allein unter der eiskalten Dusche, Masagestraht sehr hart' ... Ich
erhole mich unter dem Gefühl von pieksigen Nadeln... das war wieder ein Tag...
Nachdem ich mir im Fernsehen noch ein bißchen Musikantenstadel angesehen habe,
schliesslich ist Folter für _alle_ Sinne Pflicht, gehe ich schlafen... meine
Wohlverdiente Ruhe ... Ich befestige die Spreitzstange zwischen den Beinen, hake die
Handschellen in die Decke... Und irgendwie hoffe ich, dass ich heute Nacht wenigstens den
Schlüssel verschlucke...
Und dann träume ich davon, wie mir der Chirurg ohne Betäubung den Bauch aufschlitzt,
sich das Blut über den OP-Tisch verteilt und er mit sardonischem Grinsen fragt "Na,
meine Kleine, wie gehts uns denn heute ?"
Schööön...
Gute Nacht!
von Cassandra!